Euer 4,6-MVA-BESS hat keine 4,6 MVA
Ein häufiger Stolperstein in der Planung von Großspeichern: Am 110-kV-Anschlusspunkt kommen oft nur 3,6–3,8 MVA an, obwohl das PCS mit 4,6 MVA spezifiziert ist. Das ist kein Fehler – es ist Physik.
Der zentrale Punkt: Strombegrenzung
Ein Umrichter ist strombegrenzt – nicht leistungsbegrenzt. Die maximale Stromtragfähigkeit der Halbleiter ist hardwareseitig fix. Die verfügbare Scheinleistung sinkt daher proportional zur Netzspannung:
Die Folge: Sinkt die Netzspannung am unteren Ende des Toleranzbands (z. B. −10 %), stehen physikalisch auch ~10 % weniger Leistung zur Verfügung.
Die „Leistungsfresser“ auf dem Weg zum Netz
| Effekt | Beschreibung | Auswirkung |
|---|---|---|
| Spannung ↓ | Betrieb bei U_min (-10 %) | Direkte Reduktion der Scheinleistung (S) |
| Blindleistung (Q) | Netzbetreiber-Vorgaben (S² = P² + Q²) | Verdrängt verfügbare Wirkleistung (P) |
| Thermik | Derating im Dauerbetrieb | Reduktion des max. zulässigen Stroms (I) |
| Infrastruktur | Trafokette & Kabelverluste | Kumulierte Verluste bis zum 110-kV-Punkt |
„Die 4,6 MVA sind eine reine Hardware-Kenngröße. Die entscheidende Größe für Planung und Business Case ist die verfügbare Leistung bei U_min unter Berücksichtigung der Q-Vorgabe.„
Erfahren Sie mehr zu Power Quality
Wir informieren über aktuelle Themen und neue Entwicklungen in der Energiewirtschaft rund um Power Quality.